|
Ziel der Ausbildung ist die Einsatzfähigkeit des Rettungshundeteams, einen zuverlässig arbeitenden Hund der Personen anzeigt, und einen Hundeführer, der seine fachspezifischen Fähigkeiten im Einsatzfall anwenden kann.
Die enge Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Hund und Mensch stehen bei uns im Vordergrund. Die Ausbildung der Hunde erfolgt ausschließlich über positive Erfahrung.
Wir legen viel Wert auf das Thema „Opferbindung". Durch gezielten positiven und intensiven Kontakt mit fremden und bekannten Menschen soll für den Hund eine Bindung aufgebaut werden. Dadurch wird die Motivation erhöht, und ein zielstrebiges Suchen des Hundes ermöglicht.
Eine konsequente Führung (auch im Alltag) des Hundes durch den Menschen mit richtiger Kommunikation und deutlicher Körpersprache ist notwendig um einen zuverlässig arbeitenden Hund zu erhalten.
Die Ausbildung ist sehr zeitintensiv und beträgt je nach Veranlagung von Hund und Führer etwa 2-3 Jahre. Die Grunderziehung ihres Hundes muss außerhalb vom normalen Training absolviert werden, denn es bietet sich keine Gelegenheit einen unerzogenen Hund in einer Rettungshundestaffel zu erziehen. Neben der Sucharbeit muss der Hundeführer auch an verschiedenen Vorführungen und Lehrgängen (Voraussetzung für Prüfungsteilnahme) teilnehmen.
Grundausbildung im Fachdienst Rettungshunde
(Quelle: BRK Helferausbildung in den Bereitschaften, Stand Okt. 2008, gem. Prüfungsordnung, DRK-Ausführungsbestimmungen zur gem. PPO, Ausbildungsordnung Fachdienst Rettungshunde)
- Erste Hilfe Kurs (16 Unterrichtseinheiten)
- RK-Einführungsseminar (8 UE)
- Sanitätskurs A/B (48 UE)
- Standortausbildung: Umgang mit dem Material
- Unfallverhütung (Sicherheit im Einsatz)
- Sprechfunk
- Gesetzliche Grundlagen und Verschwiegenheitspflicht (1 UE)
- Organisation und Struktur des Fachdienstes Rettungshunde (1 UE)
- Kynologie (4 UE)
- Erste Hilfe am Hund (1 UE)
- Einsatztaktik Flächensuche (4 UE) + optional Einsatztaktik Mantrailing, Trümmersuche, Wassersuche
- Trümmerkunde (für Trümmersuche)
- Verhaltensgrundsätze bei Transporten (1 UE)
- Einweisung Karte und Orientierung (8 UE)
- Führung (1 UE)
- Psychische Belastungen (1 UE)
Bei der Ausbildung wird die hohe Geruchsleistung des Hundes genutzt, das kommt seiner Natur entgegen, selbstständig bestimmte Bereiche abzusuchen, um an seine Bestätigung (Spiel, Futter) zu kommen.
Auf die individuellen Charakterzüge und Fähigkeiten des Hundes und seinem Teampartner Mensch wird in unserer Ausbildung eingegangen.
Flächensuche
In der Fläche durchsucht der Hund unwegsames Gelände im Wald und freiem Feld nach vermissten Personen und hat dabei große Distanzen zu überwinden. Er soll selbständig arbeiten und sich von seinem Hundeführer lösen, dabei aber im Gehorsam des Rettungshundeführers stehen.
Es gibt verschiedene Anzeigeformen bei der Flächensuche. Das Verbellen der vermissten Person, das Bringseln (Hund nimmt nachdem er das die Person gefunden hat ein Bringsel in den Fang, das meist am Halsband befestigt ist, und läuft zum Hundeführer zurück) und das Freiverweisen (der Hund kehrt nach dem Auffinden zum Hundeführer zurück, und zeigt durch ein bestimmtes Verhalten am Hundeführer an, z.B. anspringen, anbellen, dass er gefunden hat, und führt seinen Hundeführer zur vermissten Person).
Keine Anzeigeart ist besser oder schlechter als die andere, sie muss zuverlässig sein, vom Hund gerne gezeigt werden, und zum Mensch/Hund-Team passen. Nur so wird der Hund für den Ernstfall sicher arbeiten.
Mantrailing
Hier sucht der Hund mithilfe eines Geruchsträgers der vermissten Person. Der Hund nimmt den Geruch des Gegenstandes am Ansatz der Suche auf, und sucht nach dem bestimmten Individualgeruch der vermissten Person in natürlichen sowie auch in bewohnten Gebieten und Gebäuden. Der angeschirrte Hund befindet sich an einer Führleine, und soll so dem Geruch folgend seinen Hundeführer zum Opfer führen.
Training
Trainiert wird an den Wochenenden und einem Tag unter der Woche in unterschiedlichen Übungsgebieten in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau, um beim Hund keine Gewöhnung an bestimmte Gebiete und Trainingssituationen aufkommen zu lassen.
Die Gehorsamkeit für die Flächen-Teams (Gehorsamsprüfung ist Bestandteil der Rettungshundeprüfung, angelehnt an eine Begleithundeprüfung) muss überwiegend außerhalb des normalen Trainings trainiert werden.
Beim DRK und somit auch bei unserer Staffel werden die Rettungshundeteams nach der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams gem. DIN 13050 (GemPPO RHT Fläche/Trümmer) und nach der DRK Mantrailing-Prüfungsordnung geprüft. Eine Rettungshundeprüfung muss alle 18 Monate erneut abgelegt werden. Ohne geprüfte Rettungshunde-Teams dürfen wir nicht in Einsätze gehen.
Eignung
Hund sowie Hundeführer sollten körperlich fit sein, psychisch und physisch belastbar. Besonders wichtig ist die Teamfähigkeit, denn wir müssen uns aufeinander verlassen können. Ein bestimmtes Einfühlungsvermögen für Mensch und Tier und Disziplin sollten auch vorhanden sein. Der Hund sollte eine mittlere Größe haben. Bei wesentlich kleineren oder größeren Tieren kann es Schwierigkeiten in der Geländegängigkeit und Ausdauer geben. Der Hund sollte über eine gut Nase verfügen, einen natürlichen Suchtrieb zeigen, und gut sozialisiert sein, d. h. gegenüber Geräuschen unempfindlich, freundlich gegenüber Artgenossen, keine Ängstlichkeit, keine niedrige Reizschwelle und kein grundsätzliches Misstrauen dem Menschen gegenüber zeigen. Außerdem sollte der Hund keinen stark ausgeprägten Jagdtrieb besitzen.
Am besten beginnt man die Ausbildung mit dem Hund mit dem Welpenalter, und der Hund sollte möglichst zu Beginn der Ausbildung ein Alter von etwa 2 Jahren nicht überschreiten. Man muss sich vor Augen halten, dass die Ausbildung ca. 2 Jahre dauert und das Team möglichst lange einsatzbereit sein soll.
Menschen die ängstlich, labil, allzu ehrgeizig, leicht erregbar und unsicher sind, sind als Helfer und Rettungshundeführer nicht geeignet. Ein Mindestalter sind 16 Jahre zu Ausbildungsbeginn, eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten ist dann notwendig. Einsätze können erst ab 18 Jahren absolviert werden.
Rettungshundearbeit ist eine der zeitintensivsten ehrenamtlichen Betätigungsfelder. Man sollte berücksichtigen, dass man für Einsätze, Übungen und regelmäßigem Training zur Verfügung stehen kann, dass sollte unbedingt vorher mit der Familie und dem Arbeitgeber abgesprochen werden!
Unsere Rettungshundestaffel finanziert sich aus Spenden, die Arbeit in unserer Rettungshundestaffel ist ehrenamtlich. Ihre benötigte Ausrüstung müssen sie sich überwiegend selbst anschaffen, dazu kommen noch die Fahrten zu Training und Einsätzen. Einige Anschaffungen und Ausbildungen werden aus dem Staffelvermögen, und wenn bewilligt durch das BRK bezahlt. Die Ausbildung an sich ist kostenfrei.
|